Mehr Freude am Lernen, bessere Ergebnisse und mehr Engagement – dank Virtual Reality

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Ein*e Student*in mit Meta Quest-VR-Headset für immersives Lernen.


Bessere Methoden für immersives Lernen mit VR

Durch den Einsatz von Virtual Reality (VR) im Bildungswesen können Lernende tief in ihre Lernumgebung eintauchen und bessere Lernergebnisse erzielen. In extrem realistischen virtuellen Simulationen können Schüler*innen und Studierende aus der ganzen Welt gemeinsam lernen, als wären sie alle am selben Ort.

Weiterführende Schulen, Berufs- und Fachschulen sowie Hochschulen und Universitäten erkennen inzwischen die Vorteile von immersiven Technologien im Bildungsbereich: Gelerntes wird besser behalten und viele Lernende bringen sich aktiver in den Unterricht ein. Lehrkräfte können ihren Unterricht mithilfe von interaktiven Lerntools immersiv gestalten, um abstrakte Themen greifbarer zu machen und so alle zum Mitmachen zu motivieren – unabhängig von individuellen Kompetenzen. VR stärkt zudem das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb einer Bildungseinrichtung.

Hier zeigen wir dir anhand einiger Beispiele, wie Virtual und Mixed Reality (MR) im Bildungsbereich das Lernen, die Ausbildung und das Engagement der Lernenden verbessern können.

Virtuelle Klassenraum mit einem animierten Albert Einstein in einer VR-Lernumgebung.

Der Klassenraum der Zukunft – in VR/MR

Der Einsatz von VR im Bildungswesen trägt dazu bei, moderne Lernumgebungen zu schaffen und die Lernergebnisse zu verbessern. Die Technologie ermöglicht es den Lernenden, sich der Realität anzunähern – sie lernen, gestalten und entdecken in Simulationen, die ihnen das Gefühl geben, wirklich dort zu sein.

Dank einem breiten Netzwerk von Content-Partnern wie ENGAGE, Victory XR und Optima Ed wird VR-Unterricht zu einem echten Erlebnis: Im Geschichtsunterricht sprichst du mit einem digitalen Benjamin Franklin, in den Naturwissenschaften fliegst du ins Weltall und im Biounterricht erkundest du selbst den Meeresgrund. Solche immersiven Erlebnisse machen komplexe Ideen lebendig, in Umgebungen, die den Schüler*innen und Studierenden einen sicheren Raum bieten, um Fehler zu machen, Neues zu entdecken und sich weiterzuentwickeln.

Als zum Beispiel die Inspired Education Group Virtual Reality einsetzte, um Herausforderungen im Online- und Präsenzunterricht zu bewältigen, konnte der Anbieter von koedukativen Lernumgebungen erhebliche Verbesserungen beim Engagement, dem Selbstvertrauen und den Lernergebnissen der Schüler*innen feststellen. 94 % der Schüler*innen gaben an, in VR-Umgebungen besser zu lernen, 90 % berichteten von erhöhtem Engagement und Interesse am Unterricht und 25 % entwickelten mehr Vertrauen in das eigene Wissen.

Auch die Lehrkräfte von Inspired bemerkten eine positive Entwicklung: 100 % gaben an, dass das Vertrauen ihrer Schüler*innen in das eigene Wissen nach dem VR-Unterricht auf ein gutes oder sehr gutes Niveau gestiegen ist. 85 % berichten, dass sich die Schüler*innen Gelerntes besser merken können. 75 % der Lehrkräfte präferierten nach dem Testen verschiedener Ansätze den VR-Unterricht.

„Ich habe eine Unterrichtsstunde über die Schützengräben des Ersten Weltkriegs in VR gehalten und die Umgebung wurde originalgetreu nachgebildet – die Schüler*innen konnten die Situation viel besser nachvollziehen als mit einem Lehrbuch“, so Joana Simas, Global Head of EdTech Implementation bei der Inspired Education Group. „Einige meinten, die Schützengräben riechen zu können. Ein Schüler sagte sogar: Das ist nicht fair – ich kenne die Antwort, weil ich dort war.“

Auch an Universitäten wird VR/MR eingesetzt und verleiht Pädagog*innen mehr Gehör. An der Universität Glasgow werden häufig zweidimensionale Materialien verwendet, um komplexe dreidimensionale Themen wie Chemie oder Archäologie zu erläutern. Diese Form von Unterricht stößt jedoch irgendwann an ihre Grenzen. Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigt beispielsweise, dass immersive Lernerlebnisse im Vergleich zum Lernen mit 2D-Videos zu einem deutlich höheren Präsenzgefühl sowie mehr Freude und Interesse am Thema führen und Gelerntes besser behalten wird. Dies zeigte sich sowohl in einem sofortigen als auch in einem späteren Test.

Bei einem Wettbewerb an der Universität Glasgow wurden Lehrkräfte dazu aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten, wie MR physische Einschränkungen im Unterricht überwinden könnte. Aus den besten Ideen wurden dann in Zusammenarbeit mit dem Software-Partner Edify zwölf immersive Lern-Apps entwickelt, die Themen von Mikrobiologie bis hin zu Geschichte abdecken. Jetzt lernen jedes Semester Tausende von Studierenden mithilfe von MR, auch in einem speziellen MR-Lernlabor.

„Mit MR können wir die Gesetze der Physik durchbrechen“, so Neil McDonnell, Professor für Philosophie und XR-Technologie an der Universität Glasgow. „Die Technologie hilft uns, physikalische Grenzen zu überwinden.“

Studierende lernen mit einer Karte und VR-Headsets.

Tieferes Verständnis dank VR/MR

Virtual Reality im Bildungsbereich geht aber über das reine Behalten von Wissen hinaus. Die Technologie hilft Schüler*innen und Studierenden auch dabei, soziale Kompetenzen zu erwerben, mehr Verständnis für andere zu entwickeln und eine Gemeinschaft aufzubauen.

Zum Beispiel hat die gemeinnützige Organisation Locker Room Talk eine VR-Lernerfahrung im Metaversum entwickelt, die Jungs und jungen Männern Respekt und Gleichberechtigung näherbringt und schon 11.000 Spieler*innen erreicht hat. Während Jugendtrainer*innen oft die Fähigkeiten fehlen, diese wichtigen Themen selbst zu vermitteln, bietet der VR-Kurs zum Thema emotionale Intelligenz eine einfache, interaktive und leicht skalierbare Möglichkeit, das Thema zu platzieren.

Die Harvard Business School hat unterdessen das traditionelle Klassentreffen durch VR neu erfunden. Die Ehemaligen erhielten ein Meta Quest-Headset, mit dem sie virtuell dabei sein konnten, als ihr ehemaliger Professor sein neues Buch vorstellte. In der virtuellen Umgebung konnten alle in der ersten Reihe sitzen und so hautnah dabei sein. Anschließend trafen sich alle auf einem virtuellen Platz, um sich auszutauschen. Dieser Platz sollte die lebhafte Atmosphäre eines realen Treffens nachahmen – ohne den Zeit- und Reisekostenaufwand.

Mit Apps wie Bodyswaps, Immerse Language Learning, Inspirit VR und ENGAGE können Schüler*innen und Studierende überall zusammen lernen – das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Kollaborationen und Kreativität.

VR-Simulation und praktische Übungen für die Ausbildung in der Zahnmedizin.

Die Fachkräfte von morgen lernen mit MR

Auch Berufsschulen und Fachhochschulen, vor allem im Gesundheitswesen, nutzen MR- und VR-Technologien, um die Lernergebnisse zu verbessern. Mithilfe von Content-Partnern wie Labster und VR Patients können Bildungseinrichtungen immersivere Lernerlebnisse anbieten, die auch aus der Ferne genutzt werden können. Realistische VR-Umgebungen bilden risikoreiche Situationen in einer sicheren Umgebung nach. Das können OP-Säle oder geschützte Räume sein, in denen simuliert wird, wie Geschlecht und sozioökonomischer Status die Behandlung von Patient*innen beeinflussen können.

Zum Beispiel nutzte Purdue Global die Meta Quest, um verschiedene Szenarien aus der echten Welt zu simulieren und damit den landesweiten Mangel an Pflegekräften anzugehen. Studierende überall in den USA konnten Patient*innen von Kopf bis Fuß untersuchen, Säuglingsuntersuchung durchführen und verschiedene Symptome behandeln – und das alles in VR. Durch den Wegfall von geografischen und anderen Zugangsbarrieren ist die Erfolgsquote bei der Staatsprüfung für Krankenpfleger*innen um 10 bis 15 % gestiegen. Purdue hat bislang etwa 4.000 Pflegekräfte durch VR in ihrem Studium unterstützt

An der zahnmedizinischen Fakultät der NYU wurden die bisher eingesetzten Puppen durch eine spezielle, immersive MR-Simulation ersetzt, um die Lokalanästhesie zu erlernen. Mithilfe von Meta Quest-Headsets lernten die Studierenden in einer realistischen VR-Umgebung, eine Spritze aufzuziehen und einem*einer virtuellen Patient*in zu verabreichen. Seit 2021 haben an der NYU über 1.600 Studierende an individuellen MR-Trainings in der zahnmedizinischen Ausbildung teilgenommen.

Das Ergebnis: Bildungseinrichtungen können bessere und intensivere virtuelle Lernerfahrungen bieten, ohne dass die Studierenden dafür vor Ort sein oder viel Zeit investieren müssen. Pro Team aus Teilnehmer*in und Lehrkraft konnte Pfizer bei Aseptik-Schulungen in der VR im Vergleich zu Schulungen ohne VR 23.000 USD einsparen. Bei der Einführung des COVID-19-Impfstoffs, als Hunderte Personen geschult werden mussten, konnte zudem eine Zeitersparnis von bis zu 60 % erzielt werden.

Die Vorteile des Lernens mit VR/MR sind außerdem besonders nachhaltig. Schüler*innen und Studierende haben nicht nur mehr Möglichkeiten, komplexe, risikoreiche Szenarien in einer sicheren Umgebung zu üben, sondern auch ausreichend Zeit, Übungen bei Bedarf jederzeit zu wiederholen. Lehrkräfte können in immersiven Unterrichtseinheiten virtuelle und physische Räume verbinden. Bildungseinrichtungen können VR-Gemeinschaften schaffen, in denen die Lernenden eine echte Sinnhaftigkeit erkennen. Und Absolvent*innen starten mit mehr Sicherheit und Selbstvertrauen in ihr Berufsleben.

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Quellen

  • „Benefits of Taking a Virtual Field Trip in Immersive Virtual Reality: Evidence for the Immersion Principle in Multimedia Learning“, National Library of Medicine, April 2022.