Warum entwickelt sich VR zu einer fĂĽhrenden neuen Technologie im Gesundheitswesen?

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Medizinische Fachkräfte entdecken neue Technologien im Gesundheitswesen mittels eines VR-Headsets

Virtual Reality (VR) und Mixed Reality (MR) verändern das Gesundheitswesen rasant und bieten immer neue Möglichkeiten, die medizinische Versorgung zu verbessern. Von der Beschleunigung medizinischer Schulungen über die Verbesserung der Versorgung von Patient*innen bis hin zur Transformation chirurgischer Eingriffe – die Technologie ermöglicht in diesem Bereich große Veränderungen.

VR-Gesundheitstechnologie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Branche steht vor dringenden Herausforderungen, wie dem anhaltenden weltweiten Personalmangel, überlasteten Fachkräften und einer im Vergleich zu anderen Branchen langsameren Digitalisierung.1 Viele Organisationen verlassen sich immer noch auf veraltete Arbeitsabläufe wie manuelle Prozesse oder Faxgeräte.

Darüber hinaus erwarten Patient*innen in diesen sich rasant verändernden Zeiten eine individuellere, bequemere und digitalere Versorgung. All das zwingt das Gesundheitswesen dazu, verstärkt digitale Gesundheitslösungen einzuführen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass laut einer im April 2025 im Auftrag von Meta von Forrester Consulting durchgeführten Studie 69 % der Entscheidungsträger*innen im Gesundheitswesen planen, den Einsatz von VR innerhalb der nächsten zwei Jahre auszuweiten.2

Im Folgenden werden wir uns einige Bereiche näher ansehen, in denen VR/MR die Zukunft des Gesundheitswesens möglicherweise entscheidend beeinflussen könnte.


VR-Umgebung zeigt eine SimulationsĂĽbung im Gesundheitswesen

Bessere Leistungen mit VR-Technologie im Gesundheitswesen

Mittels VR können medizinische Fachkräfte komplexe anatomische Strukturen visualisieren und Fortbildungen in einer sicheren Umgebung durchführen. Damit ermöglicht die Technologie einen besseren Entscheidungsprozess und mehr Innovation in der gesamten medizinischen Betreuung. Zum Beispiel können Chirurg*innen komplexe Operationen mithilfe detaillierter holografischer 3D-Modelle mehrfach proben und so ihr Können ohne Risiken für ihre Patient*innen verbessern.

VR-/MR-Plattformen wie Osso VR, PrecisionOS und Medicalholodeck ermöglichen es Chirurg*innen, komplexe Eingriffe virtuell zu üben. Die Tools bieten realistische Simulationen, in denen medizinisches Fachpersonal an seinen Fähigkeiten arbeiten und diese selbstbewusst trainieren können. Das wiederum führt zu geringeren Fehlerquoten, vermeidet Schäden und minimiert Kosten.

Für umfassendere klinische Fortbildungen und die Versorgung von Patient*innen bieten Oxford Medical Simulations und VR Patients interaktive Tools, mit denen medizinisches Personal die Diagnosestellung, Kommunikation mit Patient*innen sowie Entscheidungsfindung in verschiedenen medizinischen Situationen verbessern kann. Die Fortbildungen umfassen alles von der Einübung chirurgischer Techniken über die komplexe Zusammensetzung von Medikamenten bis hin zu einfacheren Aufgaben wie Blutabnahmen. Immersive Simulationen ermöglichen es medizinischem Fachpersonal außerdem, ein tieferes Einfühlungsvermögen gegenüber Patient*innen zu entwickeln, und bieten somit einen sicheren Raum, um zu erleben, wie unterschiedlich die Versorgung von Person zu Person sein kann.


Risiken minimieren durch VR-Innovationen im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist ein komplexer Raum. Risiken können sich aus klinischen Eingriffen, der Integration von Technologie, Personalmangel und Arbeitsdruck ergeben. Die Reduzierung menschlicher Fehler, insbesondere in risikoreichen Bereichen wie der Chirurgie, ist von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung von Ergebnissen für Patient*innen und die Minimierung von Schäden.

Hier kann VR helfen. Sie bietet Ärzt*innen und medizinischen Fachkräften eine immersive, praxisnahe Schulungserfahrung in einer sicheren, kontrollierten Umgebung. Sie können mithilfe von medizinischen Virtual-Reality-Fortbildungen komplizierte Eingriffe üben, auf riskante Szenarien reagieren und den Umgang mit neuen, komplexen medizinischen Geräten erlernen, ohne echte Patient*innen zu gefährden. Dieser Ansatz hilft dabei, potenzielle Fehler dort zu reduzieren, wo es darauf ankommt.

Entscheidend ist dabei, dass VR konsistente, objektive Fortbildungen für alle bietet. Medizinisches Fachpersonal kann Szenarien so oft wiederholen, wie es nötig ist, um alle kritischen Protokolle zu beherrschen und so Leistungsschwankungen zu reduzieren – was für die Sicherheit der Patient*innen grundlegend ist. VR bietet allerdings auch enorme Vorteile für den Umgang mit unvorhersehbaren Szenarien: In einer Metaanalyse aus dem Jahr 2025 über VR in der Ausbildung von Krankenpfleger*innen stellten Forscher*innen fest, dass immersive Simulationen die Auszubildenden mit „komplexen oder seltenen klinischen Szenarien“ konfrontieren. So können sie ihre Reaktionen in einer kontrollierten Umgebung üben.3

Neben den technischen Fähigkeiten können VR-/MR-basierte Fortbildungen auch das Verständnis für die grundlegenden Ursachen von Problemen bei der Patient*innensicherheit vertiefen. So entsteht eine Kultur der offenen Kommunikation und kontinuierlichen Verbesserung innerhalb medizinischer Teams.

Untersuchungen von Forrester Consulting zeigen, dass Führungskräfte diese Effekte erkennen. 75 % erwarten positive Auswirkungen auf die Risikominderung und 76 % sind der Meinung, dass VR ihnen hilft, Mitarbeitende in einer risikoarmen Umgebung auf gefährliche Situationen vorzubereiten. Darüber hinaus glauben 69 %, dass VR dazu beiträgt, das Fehlerrisiko in einer risikoarmen Umgebung zu verringern.4


Virtuelle Simulation eines Schulungsszenarios im Gesundheitswesen mithilfe von VR

Bessere Schulungsergebnisse im Gesundheitswesen dank VR

Bei Gesundheitsschulungen steht viel auf dem Spiel. Die Sicherheit von Patient*innen hängt von ihnen ab, neue Technologien erfordern neue Fähigkeiten und Weiterbildung sichert die finanzielle Gesundheit und den guten Ruf der gesamten Branche. Ohne solide Fortbildungsprogramme drohen dem Gesundheitswesen erhebliche Probleme. Die Durchfallquote bei der NCLEX-RN-Krankenpflegeprüfung in den USA liegt beispielsweise bei etwa 20 %, was direkt zum kritischen Mangel an Pflegekräften beiträgt.5

VR/MR bietet hierfür eine Lösung: Learning by Doing. Das schafft Vertrauen, denn medizinisches Fachpersonal wird so optimal auf komplexe Szenarien vorbereitet. Außerdem kann dieser Ansatz das Einfühlungsvermögen von Fachkräften vertiefen und ihnen einen sicheren Raum bieten, um zu verstehen, wie Faktoren wie Geschlecht und sozioökonomischer Status die Versorgung von Patient*innen beeinflussen können.

Hierbei handelt es sich keineswegs nur um theoretische Vorteile. Untersuchungen von Forrester Consulting zeigen, dass Führungskräfte schon heute die Auswirkungen immersiver Technologien auf die Fort- und Weiterbildung erkennen. 70 % der Führungskräfte geben an, dass VR den Mitarbeitenden dabei hilft, sich mit Schulungsinhalten auseinanderzusetzen. Und die Vorteile gehen durchaus über die kurzfristige Wirkung hinaus: 77 % gehen von positiven Auswirkungen auf die Beschäftigtenerfahrung aus und 74 % sind der Meinung, dass die Technologie langfristig zur Förderung der Mitarbeitendenbindung beitragen wird.6

Ein Beispiel dafür ist Purdue Global. Angesichts des landesweiten Pflegekräftemangels hat die interne Einrichtung zur Krankenpflegeausbildung VR bereits eingeführt. Durch den Einsatz realistischer klinischer Lernprogramme mit Meta Quest-Headsets werden Absolvent*innen mit den Fähigkeiten, Kenntnissen und dem Selbstbewusstsein ausgestattet, das sie benötigen, um sofort effektiv und sicher in einer klinischen Umgebung zu arbeiten. Purdue hat über 4.000 Krankenpfleger*innen durch VR unterstützt und einen Anstieg der Erfolgsquote bei der nationalen Krankenpflegeprüfung um 10 bis 15 % verzeichnet.

Ein weiteres Beispiel ist das Centre for Healthcare Innovation (CHI) in Singapur, das Meta Quest-Headsets eingeführt hat, um realistischere Simulationsschulungen für seine 6S-„Lean“-Prinzipien anzubieten. Mitarbeitende sollen dabei lernen, weniger redundant zu arbeiten. Die Headsets schufen eine risikofreie Umgebung für die Anwendung der Lean-Prinzipien. So konnten Teams üben, unnötige Schritte in Prozessen wie beispielsweise der Blutabnahme zu identifizieren und zu eliminieren. Der Erfolg war enorm: 100 % der Teilnehmenden waren sich einig, dass VR ihr Verständnis des Lean-Ansatzes vertieft hat.


Virtuelle Simulation eines Schulungsszenarios im Gesundheitswesen mithilfe von VR

Schnelleres Lernen durch VR-Innovationen im Gesundheitswesen

Fortbildungen sind für leistungsfähige Mitarbeitende im Gesundheitswesen unerlässlich, können jedoch zeitaufwändig und kostspielig sein. Im Durchschnitt erhielten Beschäftigte in allen Branchen in den USA im Jahr 2023 57 Stunden Schulung pro Jahr.7 Darüber hinaus können die geprüften Kosten für klinische Fortbildungen bis zu 16.542 US-Dollar pro Person betragen.8 VR/MR bietet eine einzigartige Möglichkeit, das Lernen zu beschleunigen, den Austausch von Wissen zu verbessern und die Kosteneffizienz zu steigern.

Geschwindigkeit war entscheidend, als Pfizer die Produktion seines COVID-19-Impfstoffes aufnehmen musste. Angesichts der dringenden weltweiten Nachfrage und des eingeschränkten Zugangs zu Produktionslinien während der Pandemie entwickelte Pfizer digitale Zwillinge und VR-/MR-Schulungsmodule. Mit diesem innovativen Ansatz konnten Hunderte neue Arbeitskräfte schnell geschult werden.

Nicholas Hockley, Manager of Smart Factory Technology bei Pfizer, erklärte, dass herkömmliche Schulungen „sechs bis acht Monate dauerten, was hauptsächlich auf Schwierigkeiten beim Zugang zur Produktionslinie zurückzuführen war“. Mit MR-/VR-Schulungen erzielte Pfizer im Vergleich zu herkömmlichen Methoden eine Zeitersparnis von 40 bis 60 % bei Schulungen zu aseptischen Verhaltensweisen. Dies trug dazu bei, dass das Pharmaunternehmen wichtige Produktionsziele für den Impfstoff erreichen konnte.


Verbesserung von Visualisierung und Planung durch VR-Innovationen im Gesundheitswesen

VR verändert die Art und Weise, wie medizinische Fachkräfte mit Informationen umgehen und abstrakte Daten in immersive, interaktive Visualisierungen verwandeln. Wie Untersuchungen des Carle Illinois College of Medicine zeigen, wird VR/MR im Gesundheitswesen zunehmend für die Planung und Durchführung von Operationen eingesetzt. Dabei werden intuitive, interaktive Modelle erstellt, die das Verständnis und den Entscheidungsprozess in klinischen Arbeitsabläufen verbessern.9

Eine Studie von Forrester Consulting unterstreicht die bedeutenden Auswirkungen von VR-Visualisierungen: 75 % der Führungskräfte gaben an, dass die Visualisierungen Schulungen und Einarbeitungsprozesse realistischer gestalten. Mit Blick auf die Zukunft wird das Potenzial noch deutlicher: 81 % rechnen in der Zukunft mit Anwendungsfällen für visuelle Modelle und Anweisungen für bestimmte Aufgaben, unabhängig von der Position der Mitarbeitenden.10


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Quellen

  1. Deloitte, „2025 Global Health Care Outlook“, 29. Januar 2025
  2. Studie von Forrester Consulting im Auftrag von Meta, April 2025. Grundlage: 108 Entscheidungsträger*innen, die an Entscheidungen zu Technologien für Weiterbildung und Entwicklung in Unternehmen im Bereich Gesundheitswesen und Biowissenschaften in Nordamerika und Europa mitwirkten.
  3. Guillen-Aguinaga L, Rayón-Valpuesta E, Guillen-Aguinaga S, et al. Mixed Reality in Undergraduate Nursing Education: A Systematic Review and Meta-Analysis of Benefits and Challenges. Veröffentlicht im April 2025. doi:10.3390/nursrep15050137
  4. Studie von Forrester Consulting im Auftrag von Meta, April 2025. Grundlage: 108 Entscheidungsträger*innen, die an Entscheidungen zu Technologien für Weiterbildung und Entwicklung in Unternehmen im Bereich Gesundheitswesen und Biowissenschaften in Nordamerika und Europa mitwirkten.
  5. NCSBN, NCLEX-Erfolgsquoten 2024.
  6. Studie von Forrester Consulting im Auftrag von Meta, April 2025. Grundlage: 108 Entscheidungsträger*innen, die an Entscheidungen zu Technologien für Weiterbildung und Entwicklung in Unternehmen im Bereich Gesundheitswesen und Biowissenschaften in Nordamerika und Europa mitwirkten.
  7. Training Mag, „2023 Training Industry Report“, November 2023
  8. ELM Learning, „How much does employee training really cost?“, Februar 2022
  9. Carle Illinois College of Medicine, „Augmented Reality Transforming Medical Processes CI MED Research Shows“, Januar 2025
  10. Studie von Forrester Consulting im Auftrag von Meta, April 2025. Grundlage: 108 Entscheidungsträger*innen, die an Entscheidungen zu Technologien für Weiterbildung und Entwicklung in Unternehmen im Bereich Gesundheitswesen und Biowissenschaften in Nordamerika und Europa mitwirkten.